FUSIONS

Die Weltbevölkerung wird bis 2050 von derzeit 7 Milliarden auf 9 Milliarden gewachsen sein. Etwa 2 Milliarden Bürger mit mittlerem Einkommen in den entwickelten Ländern werden ihren Konsum bis 2020 verdreifachen. Wenn die wachsende Weltbevölkerung ihren Verbrauch bis 2050 weiter wie bisher steigert, wird die Konsumrate 15-mal höher sein als heute (OECD, 2011). Die FAO prognostiziert, dass bis 2050 eine Steigerung der Lebensmittelproduktion um bis zu 70% notwendig sein wird, um 9 Milliarden Menschen zu ernähren (FAO, 2009). Dieses Wachstum wird enorme Belastungen für den Planeten bringen.

Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO werfen die Verbraucher in den Industriestaaten jedes Jahr mehr als 220 Millionen Tonnen Essen weg. Allein in Deutschland landen jährlich 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll (BMELV, 2012). Im Angesicht dieser Herausforderungen gehört die bessere Nutzung von Lebensmitteln und die Vermeidung von Abfällen aus  Lebensmittelproduktion und -konsum zu den großen Zukunftsthemen. Die Europäische Union hat reagiert und mit der ‚Common Food Waste Policy‘ das Ziel ausgerufen, die Lebensmittelabfälle bis 2020 um 50 % zu reduzieren.

Vor diesem Hintergrund und mit dem Ziel einer verbesserten Umweltverträglichkeit bei der Produktion von Nahrungsmitteln, wird FUSIONS zentrale Akteure des europäischen Lebensmittelsektors (Wissenschaftler und Forscher , Handel, Lebensmitteldienstleister, Verbraucherorganisation,  Nicht-Regierungs-Organisationen sowie Gesetzgeber) in einer einzigartigen europäischen Plattform zusammenbringen und neue Strategien und Ansätze zur besseren Nutzung von Lebensmitteln entlang der gesamten Herstellungs- und Verbrauchskette entwickeln.

Das Projektkonsortium wird von der Universität Wageningen koordiniert und vereint die Kompetenzen namhafter europäischer Akteure, wie zum Beispiel die Universität von Bologna, das SIK aus Schweden, INRA aus Frankreich, BOKU aus Österreich sowie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO.

In Europa, und vor allem auch in Deutschland, existieren bereits zahlreiche - zumeist zivilgesellschaftliche - Initiativen, die sich diesem wichtigen Thema annehmen. Eine übergreifende Plattform, die diesen Initiativen europäisches Gewicht verleiht, existiert jedoch nicht. Die Aktivitäten von FUSIONS werden dieses Ziel erreichbar machen und einen entscheidenden Beitrag zur Verwirklichung der europäischen ‚Common Food Waste Policy‘ leisten.

FUSIONS hat ein Gesamtvolumen von ca. 4 Millionen Euro bei einer Laufzeit von 4 Jahren.

 

Kontakt:

Life Science Center

Susanne Braun

Tel.: 459-24026

Mail: s.braun@uni-hohenheim.de