Slow Food Deutschland e.V.-

Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung

Die Verschwendung von Lebensmitteln ist ein wichtiges Thema, das breiten gesellschaftlichen Handelns bedarf. Slow Food setzt der Verschwendung vier Prinzipien entgegen: die Wertschätzung des Essens, Geschmacks- und Lebensmittelbildung, starke regionale Wirtschaftskreisläufe und nicht zuletzt, echte Lebensmittel zu essen, aus handwerklicher, nachhaltiger Produktion.
Lebensmittel aus der Nähe und regionale Wirtschaftskreisläufe vermeiden Verschwendung: durch kurze Transportwege und kürzere Lagerzeiten kommen Lebensmittel schneller und frischer zum Endverbrau-cher. Ein partnerschaftliches Miteinander von Produzenten und Ko-Produzenten stärkt zudem die sozia-len Netzwerke und das Bewusstsein um die Herkunft und den wahren Wert der Lebensmittel.

Unter dem Motto „Teller statt Tonne“ macht Slow Food Deutschland e.V. gezielt auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam. Aus verschmähtem Gemüse, das wegen kleiner äußerer Mängel nicht in den regulären Handel kommt, kochen Aktivisten und Freiwillige leckere Gerichte und verspeisen sie gemeinsam mit interessierten Bürgern an langen Tafeln auf öffentlichen Plätzen. Das Slow Food Youth Network bringt junge Leute und DJs bei „Schnippeldiskos“ zum Gemüseschnippeln, Kochen und Tanzen zusammen. Vorträge und öffentliche Diskussionen lenken weitere Aufmerksamkeit auf das große Problem der Lebensmittelverschwendung heutzutage – und bieten gleichzeitig Lösungsansätze im Sinne von Slow Food.

In 2013 veranstaltet Slow Food Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Bundesministeriums für Er-nährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Aktionstage in Berlin, Hamburg und Dresden. Bei den Slow Food Aktionen im Rahmen der Kampagne Zu gut für die Tonne! wird die Verschwendungskette, die sich vom Acker bis auf den Teller vollzieht, den Men-schen nahegebracht. Das gemeinsame Sammeln nicht oder nicht mehr marktfähiger Lebensmittel bringt nicht nur theoretische sondern auch eine ‚greifbare‘ Nähe zu Le-bensmitteln, zu Landwirtschaft und deren Rahmenbedingungen, zur Ressource Natur und Boden und zu den Berufen, die Lebensmittel herstellen.
Im Zentrum stehen  Wertigkeit und Wertschätzung von Lebensmitteln. Die Bedeutung von Essen und Kochen für die eigene Lebensqualität wird ebenso angesprochen wie die Auswirkungen der persönlichen Kauf- und Essgewohnheiten auf Landschaft- und Naturschutz, Klimawandel, den Umgang mit unseren Ressourcen, Erhalt oder Verlust einer bäuerlichen, nachhaltigen Landwirtschaft und auf die Ernährungssouveränität in der Welt.

Über Slow Food Deutschland e.V.

 

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzenten und der Umwelt erhält. Der Verein tritt für die biologische Vielfalt ein, fördert eine nachhaltige, umweltfreundliche Lebensmittelproduktion, betreibt Geschmacksbildung und bringt Erzeuger von handwerklich hergestellten Lebensmitteln auf Veranstal-tungen und durch Initiativen mit Ko-Produzenten (Verbrauchern) zusammen.  Slow Food Deutschland ist ein eingetragener Verein, der 1992 gegründet wurde, mit Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Die Slow Food Bewegung zählt in Deutschland Ende 2013 über 13.000 Mitglieder in rund 80 Convivien (lokalen Gruppen), weltweit sind es mehr als 100.000 Menschen in über 150 Ländern.
Gut, sauber und fair. Slow Food fordert, dass unsere Nahrung geschmacklich und gesundheitlich ein-wandfrei ist. Und dass sie auf saubere Art hergestellt wird – also ohne Schaden an Mensch, Natur und Tier anzurichten. Außerdem müssen Lebensmittelerzeuger eine faire Entlohnung für ihre Produkte und ihre Arbeit erhalten.