ISWA

 

Das Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abluft (ISWA) ist eine Lehr- und Forschungseinrichtung der Universität Stuttgart. Europaweit einzigartig ist das dem Institut angegliederte Lehr- und Forschungsklärwerk der Universität.
Am Institut arbeiten Experten aus verschiedenen Ingenieur- und Naturwissenschaften interdisziplinär zusammen. Unsere Kernkompetenzen sind die klassischen Ingenieursaufgaben in den Bereichen Wasser, Abwasser, Abfall, Boden und Abluft. Das Institut ist in vier Lehrstühle unterteilt. Der Lehrstuhl Abfallwirtschaft und Abluft ist im Deutschsprachigen Netzwerk vertreten.

 

Am Lehrstuhl  laufende und abgeschlossene Projekte und Initiativen:

Lebensmittelbewirtschaftung in Bayern - Pilotprojekte für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource „Lebensmittel“

 

Diese Studie wird derzeit am Lehrstuhl für Abfallwirtschaft und Abluft des ISWA (Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart) bearbeitet. Auf allen Stufen der Wertschöpfungskette werden Mengen weggeworfener Lebensmittel in Bayern ermittelt. Hierzu erfolgt eine Verifizierung der theoretisch abgeschätzten Werte anhand eigener Datenerhebung in stichprobenhaft ausgewählten Sektoren entlang der Wertschöpfungskette. Definitionen und Datenlücken gilt es in Einklang zu bringen und in interdisziplinärer Zusammenarbeit einheitliche Vorgehensweisen zur Vermeidung von Lebensmittelabfall einzuleiten. In diesem Rahmen findet derzeit ein reger Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren aus Landwirtschaft, Produktion, Handel, Großverbraucher und der Universität Stuttgart statt. In ersten Workshops, unter Beteiligung relevanter Akteure, wurde die Relevanz einheitlicher Definitionen diskutiert und Möglichkeiten zur Schließung bestehender Datenlücken erörtert. In weiteren Workshops sollen Vermeidungspotenziale besprochen und Pilotprojekte zur Vermeidung von Lebensmittelabfall auf den Weg gebracht werden.

EU-Forschungsprojekt, INTERREG IVB North West Europe (2010 – 2013):

„Green Cook - transnational strategy for global sustainable food management“

 

An dem Forschungsprojekt sind elf Projektpartner beteiligt. Sie entstammen dem öffentlichen Bereich (Kommunen, Landkreise, Bildungseinrichtungen etc.), der Privatwirtschaft (Handel und Gastronomie) sowie universitären Forschungseinrichtungen. Die Projektpartner stammen aus unterschiedlichen Ländern Nordwesteuropas: Belgien, Frankreich, Niederlande und Deutschland.
Der Universität Stuttgart obliegt die Leitung eines Arbeitspaketes und sie wirkt darüber hinaus bei allen Pilotmaßnahmen und Aktivitäten der Projektpartner im In- und Ausland mit – sie entwickelt aber auch eigene Pilotmaßnahmen in Baden-Württemberg.
Insgesamt umfasst das Aufgabenfeld der Universität Stuttgart die folgenden Bereiche:

 

  1. wissenschaftliche Begleitung des gesamten Forschungsprojektes
  2. Pilotmaßnahmen intensive wissenschaftlich Untersuchung von:
    • Großverbraucher (Kantinen, Großküchen, Mensen etc.)
    • Endverbraucher / Haushalte
  3. Entwicklung einer Bewertungsmethode, um Optimierungsmaßnahmen einordnen und bewerten zu können.

Wissenschaftlich untersucht werden hierbei u.a. Großverbraucher bei den Projektpartnern sowie an der Universität Stuttgart (Mensen der Universität Stuttgart) sowie Endverbraucher bzw. Haushalte (Pilothaushalte in Ludwigsburg). Darüber hinaus unterstützt die Universität Stuttgart alle Projektpartner bei ihren jeweiligen Aktivitäten. In diesem Kontext findet derzeit u.a. eine Massen- und Stoffstrombilanzierung in französischen Supermärkten statt und eine Bewertungsmethode der Ergebnisse ausgearbeitet.


Ergänzende Informationen sind im Internet verfügbar unter www.green-cook.org

Studie für Deutschland (BMELV-Studie, 2011 – 2012):

“Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland”

 

 

Diese Studie wurde am Lehrstuhl für Abfallwirtschaft und Abluft des ISWA in Kooperation mit dem Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien  erarbeitet und beinhaltet eine orientierende Abschätzung der weggeworfenen Lebensmittelmengen in Deutschland.
Die Studie besteht aus zwei Teilen:

  1. Abschätzung der Lebensmittelabfälle für ganz Deutschland
  2. Erarbeitung von Maßnahmen zur Reduktion der Lebensmittelabfälle

Hierzu wurden zunächst Angaben zu Lebensmittelabfällen bei den relevanten Akteuren abgefragt. Des Weiteren wurden Daten aus eigenen Datenerhebungen herangezogen (Sortieranalysen, Untersuchungen in Haushalten und Supermärkten, etc.). Schließlich wurden zusätzlich die verfügbaren Statistiken ausgewertet (u.a. Produktions-, Abfall-, Import-, Exportstatistiken, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Ernährungsstatistiken, etc.).
Ergänzend hierzu wurden alle öffentlich zugänglichen sowie weitere nicht veröffentlichte Studien aus Europa und auch darüber hinaus recherchiert, gesichtet und ausgewertet. Die Ergebnisse der ausgewerteten Studien wurden in Abhängigkeit von der jeweiligen methodischen Vorgehensweise (methodischer Ansatz, Definitionen und Begrifflichkeiten, Bezugsgrößen, etc.) einzeln auf Deutschland übertragen. Im Ergebnis konnte eine Bandbreite von Lebensmittelabfällen in Deutschland ausgewiesen werden, die auf mehreren voneinander unabhängigen methodischen Untersuchungsansätzen beruht und somit einer kritischen Plausibilitätsprüfung genügt.
Für die Erarbeitung von Maßnahmen und Instrumenten zur Vermeidung/Reduktion der Wegwerfrate wurden zunächst alle EU- und weltweit implementierten sowie die aktuell in der Fachwelt diskutierten Ansätze recherchiert und im Anschluss einer Nutzwertanalyse unterzogen. Hierbei spielte die Übertragbarkeit auf Deutschland eine wichtige Rolle. Im Ergebnis konnten aus den ca. 360 untersuchten Maßnahmen und Instrumenten eine für die Anwendung in Deutschland geeignet erscheinende Auswahl herausgearbeitet werden. Ein Schwerpunkt lag hierbei in der Politikberatung – es wurden explizit Maßnahmen herausgearbeitet, die politischen Akteuren als Handlungsempfehlung dienen sollten.

 

Informationen zu den Ergebnissen:

www.iswa.uni-stuttgart.de/afw/erste_seite/zu_gut_fuer_die_tonne.html

UNITED AGAINST WASTE ™ - GEMEINSAM GEGEN VERSCHWENDUNG

Das Ziel der internationalen Initiative ist es, im gesamten Foodservice Markt Lebensmittelverschwendung aktiv zu bekämpfen und alle Beteiligten für einen sorgfältigen und respektvollen Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren.
1,9 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle beträgt das Volumen, das gemäß der aktuellen Studie zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung der Universität Stuttgart dem Großverbraucherbereich zugeschrieben wird. Dabei wären nahezu 50 % dieser Menge vermeidbar. Das ist eine alarmierend hohe Zahl, die durch gezielte Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette reduziert werden kann.
Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, sind Effizienz und Wirtschaftlichkeit ebenso wichtig, wie der sorgfältige und respektvolle Umgang mit Lebensmitteln. Wenn alle Beteiligten Verschwendung verstehen, können nachhaltige und spürbare Erfolge erzielt werden.
Lebensmittel sind kein Abfall! Lebensmittelverschwendung ist zum einen aus ethischen Gesichtspunkten nicht vertretbar, kostet aber am Ende auch bares Geld. Darum ist es wichtig, die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette zu verstehen und zu analysieren.
Die Initiative „United Against Waste“ will durch Informationsarbeit und konkrete Lösungen Küchenchefs und Mitarbeiter bewegen, über die Problematik der Lebensmittelverschwendung nachzudenken und zur Lösung beizutragen.
Am 31.08. trafen sich deshalb Vertreter von Organisationen, Verbänden, Wissenschaft, Handel und Industrie, um gemeinsam aktiv gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. Mit vielen Partnern ist es einfach, möglichst schnell  Ergebnisse zu erzielen und viele Menschen zum Mitmachen zu bewegen.
Unter dem Dach des neu gegründeten Vereins soll das gemeinsame Engagement gebündelt werden. Lösungen und Konzepte werden entwickelt und auf einer gemeinsamen Plattform dem Food Service Markt zur Verfügung gestellt.


Weiterführende Informationen sind verfügbar unter www.united-against-waste.de

Ansprechpartner

Gerold Hafner
Tel.: +49 711 685 65438
Email: gerold.hafner@iswa.uni-stuttgart.de

Jakob Barabosz
Tel.: + 49 711 685 67636
Email: jakob.barabosz@iswa.uni-stuttgart.de


Claudia Maurer
Tel.: +49 711 685 65407
Email: claudia.maurer@iswa.uni-stuttgart.de

Dominik Leverenz
Tel.: +49 711 685 65816
Email: dominik.leverenz@iswa.uni-stuttgart.de