Institut für nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft (iSuN)

Die Forschung im Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft (iSuN) der Fachhochschule Münster widmet sich der Entwicklung von Konzepten, Produkten und Dienstleistungen für eine zukunftsfähige Ernährung und kooperiert dabei eng mit den Akteuren im Themenfeld Ernährung. Das iSuN hinterfragt bestehende Angebotsstrukturen und das Verbraucherverhalten im Ernährungssystem und zielt auf deren Weiterentwicklung im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung für einen nachhaltigen Lebensstil.

Die daraus resultierenden Angebote erleichtern es Menschen, sich im privaten Umfeld, am Arbeitsplatz, in der Schule und in anderen Lebensbereichen gesund und genussvoll zu ernähren und Unternehmen, entsprechende Angebote bereit zu stellen.

Das iSuN bündelt die Kompetenzen von Ernährungswissenschaftlern, Mikrobiologen, Ökonomen, Ingenieuren, Logistikern und Betriebswirten der Fachhochschule Münster und schafft so Synergien für innovative Konzepte, die gemeinsam mit Partnern aus der Praxis realisiert werden.

Projekte zur Verringerung von Lebensmittelabfällen

Das Forschungsprojekt „Verringerung von Lebensmittelabfällen – Identifikation von Ursachen und Handlungsoptionen in Nordrhein-Westfalen“ (Zeitrahmen: 9/2011 – 3/2012) im Auftrag des Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen gibt Aufschluss über Ursachen und Auswirkungen der Vernichtung von Lebensmitteln in NRW. Zudem zeigt die Studie zentrale Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungskette auf und unterstützt damit eine zielorientierte Handlungsstrategie der politischen Entscheidungsträger in NRW und die Teilnehmer des Runden Tisches "Neue Wertschätzung für Lebensmittel" im Thema "Reduktion der Lebensmittelabfälle".
 
Seit dem 1. September 2012 betrachtet das 2-jährige Projekt "Reduktion von Warenverlusten und Warenvernichtung in der Außer-Haus-Verpflegung - ein Beitrag zur Steigerung der Ressourceneffizienz" gezielt die Wertschöpfungsstufe der Großverbraucher. Ziel des Projektes ist eine Status-Quo-Ermittlung der Warenvernichtung in der Außer-Haus Verpflegung und die Entwicklung von praxistauglichen Lösungsansätzen. Durch die enge Kooperation mit Betrieben der Gemeinschaftsverpflegung und dem Großhandel können sowohl ökonomisch interessante, als auch ökologisch sinnvolle Lösungsansätze zur Verringerung der Lebensmittelabfälle entwickelt werden. Sie ermöglichen es den Betrieben, wirtschaftlicher zu agieren und durch Kostenreduktion in Herstellung und Entsorgung ihren Kunden frische Mahlzeiten in ausreichender Menge anzubieten und die Verschwendung von Ressourcen zu reduzieren.
Das Projekt wird im Rahmen des EFRE ko-finanzierten Operationellen Programm für NRW im Ziel 2 „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ 2007-2013 gefördert.

Das Projekt „Reduktion der Lebensmittelabfälle bei Brot und Backwaren – Entwicklung eines Konzepts für Handel, Handwerk und Verbraucher“ (Zeitraum: 12/2012 – 11/2014) wird vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz gefördert und soll durch Innovationen an der Schnittstelle Bäcker/Handel und Verbraucher die Warenvernichtung bei Brot und Backwaren verringern. Hierfür werden nach einer Datenerhebung zu Lebensmittelabfällen in den Bäckereien Lösungsansätze und Maßnahmen zur Optimierung generiert. Außerdem sollen Interviews mit Verbrauchern klären, inwieweit ihr Einkaufsverhalten und ihre Erwartungen an Bäcker und Handel zu den Abfallmengen beitragen. Weiter werden die Verbraucher nach ihrer Bereitschaft befragt, an Lösungsansätzen mit zu arbeiten. Nach der Auswertung werden Optimierungspotenziale für die Bäckereibetriebe entwickelt. Diese werden erprobt und ein Schulungskonzept für den Transfer in die Unternehmen sowie Informationsmaterial für Verbraucher entworfen. So soll die Wertschätzung für das Lebensmittel Brot gesteigert werden.

In dem deutsch-niederländischen Pilot-Projekt „Nachhaltig Gesund / Duurzaam gezond(INTERREG IV A, Euregio Rhein-Waal) stehen die Entwicklung bzw. Ausarbeitung von Unterstützungstools in fünf Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen der Grenzregion Arnheim-Nimwegen-Kleve im Fokus, um eine nachhaltige Gestaltung der Speisenversorgung zu erreichen. Ziele sind die Verbesserung der Ressourceneffizienz der Verpflegung, einhergehend mit der Realisierung von Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen. Durch die Zubereitung wohlschmeckender, gesunder Kost soll ein positiver Effekt auf die Gesundheit der Patienten erreicht werden. Zusätzlich werden neben der Reduktion der Lebensmittelverschwendung alternative höherwertige Verwendungsmöglichkeiten für nicht-vermeidbare Lebensmittelabfälle ermittelt.